IDRF Newsletter – Ausgabe Nr. 2 2020





„Ideenlos, kurzsichtig und oberflächlich“





Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) kommentiert BUND- und FÖS-Studie

Weder Antworten auf elementare Fragen, geschweige denn ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Mobilitätskonzept liefert eine aktuelle Studie zur Wirtschaftlichkeit und Entwicklung deutscherer Regionalflughäfen, die heute der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) und das Forum Ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) vorgestellt haben und in der sie unter anderem die Schließung mehrerer Landeplätze fordern. Das betont  die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) in einer Stellungnahme. „Regionalflughäfen wegen rein ökonomischer Effekte in Zweifel zu ziehen, ist für einen Verband, der sich die soziale Marktwirtschaft auf die Fahnen geschrieben hat, durchsichtig und schwach“, erläutert IDRF Vorsitzender Ralf Schmid. Ihre wichtige Rolle für die – oft mittelständische – Wirtschaft, die nicht in Ballungszentren zu Hause sei, werde ebenso ignoriert wie ihr Beitrag zu öffentlicher Daseinsfürsorge und zur Sicherheit.

Ebenso dränge sich die Frage auf, warum ausgerechnet die Infrastrukturen der Luftfahrt im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern betriebswirtschaftlich betrachtet werden sollen. „Einen Vergleich mit anderen Infrastrukturen braucht die Luftfahrt jedenfalls nicht zu scheuen“, ergänzt IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. „Richtig ist nämlich, dass der Luftverkehr seine Infrastrukturkosten überwiegend selbst trägt.“ Die altbekannte Aufzählung von Vor- und Nachteilen regionaler Flughäfen bringe die politische Diskussion nicht viel weiter. Wichtiger wäre mit grundlegenden Fragen zu beginnen. Wieviel Mobilität brauche unsere Gesellschaft und was ist sie uns wert?“ Zu fragen sei auch, wie die Gesamt-Ökobilanzen der Verkehrsarten aussehen und welche technischen Entwicklungen zu fördern sind, damit diese Bilanzen besser werden – idealerweise auf Niveau disruptiver Innovationen. „Nur so wird es uns
gelingen, dass unsere Gesellschaft nicht auf Kosten der Zukunft lebt“, betont Thomas Mayer.

Mit der Beantwortung aller relevanter Fragen ließen sich die Mobilitätsbedürfnisse der Gesellschaft gerecht lösen und der jeweils ideale Verkehrsträger im Sinne von Nachhaltigkeit, Effizienz und sozio-ökologischer Gerechtigkeit definieren. Für eine ganzheitliche Betrachtung müssten neben ökonomischen Effekten auch Landschaftsverbrauch, Lärmemissionen entlang des gesamten Weges, Konnektivitätsleistung, gleichwertige Lebensverhältnisse in den ländlichen Regionen und weitere Faktoren in Betracht gezogen werden. „Die jetzt vorgelegte Studie“, so Ralf Schmid, „greift viel zu kurz, wiederholt nur das bekannte Mantra und ist als ideenlos, kurzsichtig und oberflächlich abzulehnen.“

In einem Punkt stimmen die IDRF-Vertreter den Verfassern der Studie jedoch zu. Das Beihilferecht sollte, wie diese fordern, umfänglich angewendet werden. „Das käme uns sehr entgegen“, so Mayer, „denn die kleinen Flugplätze dürften nach der allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung mit sehr viel mehr Zuschuss rechnen, als das heute der Fall ist.“

PM-2020-08_BUND

„Eile ist geboten“





Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) begrüßt Beihilferegelung und fordert weitere Maßnahmen

„Eile ist geboten!“ so kommentiert die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) die nun von der EU-Kommission genehmigte Beihilferegelung für die von der Corona-Krise arg in Mitleidenschaft gezogenen deutschen Flugplätze. „Jetzt müssen die politisch Verantwortlichen in den Parlamenten die Haushaltsbeschlüsse fristgerecht formulieren und umsetzen, aber auch die nächsten Schritte im Auge haben“, fordert IDRF-Vorsitzender Ralf Schmid.

„Mit Beginn der Krise haben die Flugplätze sichergestellt, dass sie im notwendigen Umfang weiter zur Verfügung stehen“, ergänzt IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. Dazu hätten sie ihre Dienste in Rücksprache mit den Behörden reduziert und alles in ihrer Macht stehende getan, um unnötige Kosten einzudämmen. „Klar war aber auch,“ so Mayer, „dass die Flugplätze trotz hoher Fixkosten und erheblicher Einnahmeausfälle die Stellung halten müssen, um weiterhin den systemrelevanten Flugbetrieb für medizinische Hilfsflüge, Polizei- und Rettungsdienste sowie dringend erforderliche Personen- und Frachtflüge zu ermöglichen.“

Mit der nun vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, erarbeiteten Rahmenregelung schafften Bund und EU die rechtlichen Grundlagen, um den finanziellen Herausforderungen, vor denen die Flugplätze stehen, zu begegnen. Gleichwohl bleibe den jeweiligen Parlamenten auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene selbst die Aufgabe, nun ausreichend Mittel bereit zu stellen. Da die EU-Kommission die Maßnahme zeitlich eng befristet hat, müssten parallel zum Ausgleich des bisher durch Corona entstandenen Schadens die Verantwortlichen in den Bundesministerien, den Behörden und den Flugplätzen sowie der Flugsicherung Vorsorge für den weiteren Verlauf der Krise treffen. So sollten die erforderlichen Betriebsdienste an den Flugplätzen schnell einem angemessenen und hinreichend sicheren Maß angepasst werden dürfen. Es sollten Investitionen in Remote-, Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien beschleunigt werden, um resilientere Infrastrukturen zu schaffen. Und nicht zuletzt sollte frühzeitig eine Fortsetzung für die jetzt vereinbarte Rahmenregelung entwickelt werden. Ralf Schmid: „Die Flugplätze brauchen Planungssicherheit, sonst hängen sie in der Luft.“

PM-2020-08_Beihilfe

Die Diskussion um regionale Flughafensysteme ist berechtigt





Gastbeitrag
Die Diskussion um regionale Flughafensysteme ist berechtigt

Braucht Deutschland weitere Flughafensysteme? Ja, sagt Verkehrspolitiker Ulrich Stockmann
in einem Gastbeitrag. Mögliche Infrastruktur-Erweiterungen werden aus Platz- und
Akzeptanzgründen immer schwieriger. Zudem sind Flughafensysteme in Krisen resilient.

2020-06-19 Diskussion um regionale Flughafensysteme ist berechtigt

19. Juni 2020, 08:00 Uhr, Von Ulrich Stockmann

„Schnelle Hilfe Fehlanzeige“





IDRF und GBAA vermissen beim Konjunkturprogramm der Bundesregierung die Lösung aktueller Probleme

Als deutliches Zeichen für eine nachhaltige Luftfahrt, jedoch als unzureichend für die Lösung aktueller Probleme der dezentralen Unternehmen werten die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) und die German Business Aviation Association e.V. (GBAA). das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturprogramm zur Eindämmung der Corona-Folgeschäden.

„Leider werden gerade im Bereich Verkehrsinfrakstruktur kaum Lösungsansätze oder Soforthilfen angeboten“, kommentiert IDRFGeschäftsführer Thomas Mayer das vorgelegte Maßnahmenbündel. Mit Absichtserklärungen könne man gerade die zahlreichen Regionalflughäfen und kleinen Fluganbieter nicht vor den schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise schützen. Sie spielten aber eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Infrastruktur. „Hier bleibt die Bundesregierung die Antworten schuldig“, betont Mayer. Auch die mittelständische Luftverkehrswirtschaft habe keine Berücksichtigung gefunden. „Alle reden stets vom Mittelstand, aber gerettet werden nur die Großen“, erklärt Andreas Mundsinger, Geschäftsführer der German Business Aviation Association e.V. (GBAA). Doch ohne Mittelstand seien auch die Großen nicht lebensfähig.

Positiv zu werten sei jedoch die Absicht, in moderne Flugzeuge und die sogenannte PtL-Technik zu investieren. Power to Liquid-Verfahren, die Treibstoff aus Wasserstoff gewinnen, sollen CO²-neutrales Fliegen ermöglichen. Eine verpflichtende PtL-Quote für Flugbenzin wird jedoch im vorgelegten Programm lediglich geprüft. Konkreter wird das 130 Milliarden schwere Programm bei der Modernisierung der Flugzeugflotten. Sie soll mit einer Milliarde Euro unterstützt werden. Mit rund sieben Milliarden sollen der Einsatz von grünem Wasserstoff in Flugzeugantrieben und die Entwicklung des „hybridelektrischen Fliegens“ – der Kombination aus Wasserstoff, Brennstoffzellen und Batterietechnologie – gefördert werden. „Leider“, so erklären die Vertreter der beiden Verbände, „werden wir die positiven Effekte dieser Maßnahmen erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten spüren. Konkrete schnelle Hilfe für die Probleme vor Ort sind allerdings Fehlanzeige.“

PM-2020-06_Konjunkturprogramm

„Dezentrale Luftfahrt beflügelt die Wirtschaft“





IDRF und GBAA: Wir sind längst am Start

Die dezentrale Luftfahrt in Deutschland ist längst startklar. „Unsere Betriebsdienste waren lediglich reduziert und können sofort und schnell wieder laufen“, erklären übereinstimmend die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) und die German Business Aviation Association e.V. (GBAA). Gerade der regionale Luftverkehr biete nun dank kurzer Wege ein effektives Reisen und ermögliche die Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Business Aviation eröffne gerade der Wirtschaft Chancen und biete in Zeiten des Neu-Starts klare Wettbewerbsvorteile.

„Wir hatten keinen vollständigen Shutdown an den kleineren Flughäfen“, berichtet Thomas Mayer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF), „weil hier der Betreib zwar reduziert, aber beständig lief und wir für Rückkehr-, medizinische und wirtschaftliche Hilfs- sowie Polizeiflüge und einiges mehr abzuwickeln hatten.“ Deshalb könne man nun zügig die Kapazitäten wieder hochfahren. Schließlich seien kleinere und überschaubare Abfertigungseinrichtungen in Corona-Zeiten flexibel und sicher zu betreiben. Dies gelte gerade auch für den Linienflugverkehr an Regionalflughäfen, der jetzt wieder bedarfsgerecht in Gang komme. Als „resilientes Verkehrssystem“ stelle der dezentrale Luftverkehr die Erreichbarkeit aller Regionen sicher.

Allerdings registrieren die Verantwortlichen der Branche mit Sorge das stark gesunkene Angebot des Linienflugverkehrs. Gerade für die mittelständische Wirtschaft, die oft nicht in den Hauptstadtregionen beheimatet ist, bedeute dies lange Wege und teure Reisezeiten. In diese Bresche kann nun der Bereich Business Aviation springen. „Kurze Anreise und kurze Wege am Airport, schnelle und individuelle Abfertigung bei Beachtung aller Hygienevorschriften führen zu einer effizienten Nutzung der Zeit, reduzieren Kosten und erweitern den unternehmerischen Aktionsradius“, fasst   Andreas Mundsinger, Geschäftsführer der German Business Aviation Association e.V. (GBAA), die Vorteile zusammen. Nonstop gelange man ans gewählte Flugziel und könne sonst mehrtägig geplante Geschäftsriesen an einem Tag erledigen. Das stärke nicht zuletzt die regionale Wirtschaft und erhöhe deren Produktivität. Der Bedarfsluftverkehr agiere „point to point“ sicher und flexibel – sei es als Geschäftsreise-, Messe-, Service- oder Supportflug. Stünden der Linienluftfahrt in Europa rund 500 Airports zur Verfügung, so könnten Business Jets rund 1.400 Flugplätze anfliegen. Auch in puncto Sicherheit und Hygiene biete diese Variante klare Vorteile. „Wer an Bord ist, bestimmt allein der Kunde“, bekräftigt Andreas Mundsinger. „Für die Zeit nach Corona bieten wir für die wieder anlaufende Wirtschaft echten Mehrwert.“

PM-2020-05

„Luftverkehr in Deutschland soll Corona unbeschadet überstehen“





Online-Konferenz der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) mit Verkehrs-Staatssekretär Bilger

Damit der Luftverkehrsstandort Deutschland die Corona-Krise weitgehend unbeschadet übersteht, bedarf es großer Anstrengungen und neuer Lösungsansätze. Darüber herrschte bei der ersten Online-Konferenz der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) am Montag Einigkeit. Als Gastredner versprach Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Kontinuität. „Wir halten daran fest, dass das, was wir vor der Krise umsetzen wollten, auch danach auf der Agenda stehen muss.“ Insbesondere geht es um Lösungen, wie die Regionalflugplätze von den Kosten der Flugsicherung, die sie im Gegensatz zu großen Airports selbst bezahlen müssen, entlastet werden können.

Diskutiert wurden im Rahmen der Online-Konferenz, die eine ursprünglich in Berlin geplante zweitägige Tagung ersetzen sollte, Eckpunkte für die Lösung des künftigen Luftverkehrs. „In der Krise zeigt sich, was tatsächlich für einen sicheren und effizienten Luftverkehr erforderlich ist“, fasste der IDRF-Vorsitzende Ralf Schmid die Ergebnisse zusammen. Es habe sich erwiesen, so ergänzt sein Stellvertreter, Dr. Klaus-Jürgen Schwahn, dass man die jeweilige Infrastruktur stärker am aktuellen Bedarf orientieren könne. Das sei in den letzten Wochen in Zusammenarbeit mit den Behörden geschehen. „Wir konnten die Dienste angemessen reduzieren und uns sehr viel stärker am jeweiligen Bedarf orientieren als je zuvor.“ Dies habe eine Umfrage unter 75 Flugplätzen, 40 Flugbetrieben und den Flugsicherungsdiensten ergeben. „Die aus der Krise gewonnenen Erkenntnisse beschleunigen im positiven Sinne die Entwicklung bedarfsgerechter Luftverkehrsinfrastrukturen,“ so Schwahns Fazit. „Das gilt insbesondere für Flugsicherungs- und Flugplatzbetriebsdienste einschließlich Feuerlösch- und Rettungswesen.“ Eine neue Europäische Verordnung habe soeben Kriterien für diese Bereiche definiert. „Damit wird auch ein Grundstein zur gerechten Kostenverteilung gelegt,“ erläutert IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. Denn: „Vor, während und nach der Corona Krise waren, sind und bleiben die Finanzen für die Flugplätze der Unsicherheits-Faktor Nummer 1“, betonte IDRF-Vorsitzender Ralf Schmid.

Großes Lob zollte Steffen Bilger den Regionalflugplätzen für die bisherige Bewältigung der Corona-Krise. „Trotz der ungeheuren Herausforderungen durch die Krise halten die meisten Flugplätze die Stellung und ermöglichen so den systemrelevanten Flugbetrieb,“ erklärte der Staatssekretär. Der bestehe aus medizinischen Hilfsflügen, Polizei- und Rettungsdiensten, dringend erforderlichen Personen- und Frachtflügen für die Aufrechterhaltung und Versorgung der Gesellschaft, Industrie und Wirtschaft. Bilger würdigte außerdem die gute Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Verbänden, Flugplätzen und Behörden in der Krise und unterstrich den Willen des Bundestags, die Flugplätze hinsichtlich der Flugsicherungskosten zu entlasten. „Das hatten wir bereits vor der Corona-Krise beschlossen und daran halten wir uns. Wir arbeiten daran – krisenbedingt zwar verzögert, aber intensiv – ebenso wie an der vom Bundeswirtschaftsministerium geleiteten Entwicklung einer Luftfahrtstrategie für Deutschland für die Zukunft.“

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„Staatssekretär Bilger: Neue Chancen für Regional-Airlines und Business Aviation“





Mit einem Besuch am City Airport in Mannheim hat sich der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Steffen Bilger, MdB ein Bild über die vielfältigen Vorteile der dezentralen Luftfahrt gemacht. Zusammen mit dem ersten Bürgermeister der Stadt Mannheim Christian Specht wurden bei einem Rundgang und anschließenden Gespräch einige Gedanken zur aktuellen und möglichen zukünftigen Lage ausgetauscht.

„Die Stadt Mannheim steht voll hinter dem City Airport, dieser ist für die Metropolregion Rhein Neckar sehr wichtig“ erläuterte Christian Specht. Er pocht auf ein „resilientes und redundantes Verkehrssystem“ nicht nur in einzelnen Regionen oder bestimmten Verkehrsträgern. Staatssekretär Bilger war sichtlich beeindruckt über die kurzen Wege und unkomplizierte Abfertigung bei Flügen. Aufgrund der Coronakrise findet allerdings zurzeit kein Linienbetrieb der Rhein Neckar Air statt. Die Branchenvertreter Thomas Mayer (IDRF e.V.) und Andreas Mundsinger (GBAA e.V.) betonten die Wichtigkeit der dezentralen Flugplatzinfrastruktur, denn von den über 1.100 Weltmarktführern in Deutschland sitzen rund 21% außerhalb der Ballungsräume in peripheren und sehr peripheren Regionen.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Airlines in Sachen Klima und Corona wurde der Bedeutung von regionalen Landeplätzen und der dezentralen Luftfahrt für die Industrie und Wirtschaft in der Vergangenheit oft zu wenig Unterstützung zuteil. Die aktuelle Corona-Krise und das zukünftige Reisen „nach Corona“, verlangen individuelle oder kleingruppen-bezogene Personenverkehre. Der dezentrale Luftverkehr bzw. der Regionalluftverkehr, und dann noch ausgestattet mit klimafreundlichen Technologien wie PtL und alternativen Antriebstechnologien, ist sicherlich eine der Lösungen zu diesem Verlangen! Er könnte sogar einen widerstandsfähigen „Neubeginn“ des Luftverkehrs bedeuten.

Kurze Wege bieten effektives und zeitsparendes Reisen, keine Menschenschlangen in Terminals und Sicherheitskontrollen und die Einhaltung der Hygienevorschriften sind die vielen Vorteile des Regionalluftverkehrs. Allerdings müssen alle dafür ein neues Verständnis entwickeln und bereit sein mehr dafür zu zahlen, denn die Kostenkalkulation eines 30- oder 50-sitzers ist eine andere als die eines Airbus mit 180 Sitzplätzen. Guter Wille alleine reicht nicht aus, Regionalflughäfen, Bund, Länder, Kommunen, die Wirtschaft und jeder einzelne Passagier müssen diese Perspektiven erkennen und nutzen. Die aktuelle Verkehrspolitik und zukünftige Luftfahrtkonzepte des Staates müssen über eine intensive Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen den Hauptverkehrsflughäfen und den Regionalflughäfen inklusive den Flugplätzen nachdenken. Die Infrastruktur dafür haben wir in Deutschland. Diese gilt es gerade jetzt in der Krise zu ertüchtigen und aufrecht zu erhalten.

Die Business Aviation bzw. der individuelle Geschäftsreiseverkehr bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile, denn dort bestimmt der Auftraggeber die Anzahl der Passagiere im gecharterten Flugzeug und die Mitreisenden sind persönlich bekannt.

Die Wege vom Parkplatz zum Flugzeug sind noch kürzer, kein Check-In, keine Warteschlange an der Sicherheitskontrolle und stehen einmal die Passagiere im Stau, dann wartet das Flugzeug, denn die Airline passt sich dem Terminkalender der Passagiere an.

Einzig die Entwicklung wirklich klimafreundlicher Flugzeuge und Treibstoffe hinkt noch hinterher. „Das muss und wird sich mit der Aufbaupolitik der Bundesregierung zur Überwindung der Corona-Krise aber deutlich verbessern“, verspricht Steffen Bilger. Und der schnellste Weg das zu realisieren führt über den dezentralen Luftverkehr.

Die Notwendigkeit eines sicheren und geschützten Luftverkehrs war noch nie so groß wie heute. Es sind also viele Perspektiven und Chancen für Regional-Airlines und den individuellen Geschäftsreiseverkehr vorhanden: „Die dezentrale Luftfahrt kann Corona“, so könnte der Slogan lauten!

2020-04-30 PM_Besuch in Mannheim

IDRF Newsletter – Ausgabe Nr. 1 2020