IDRF Newsletter – Ausgabe Nr. 3 2019





„Gesamte Branche landet in der Schmuddelecke“





Verbände IDRF und GBAA lehnen Erhöhung der Luftverkehrssteuer als falschen Weg ab

Mit Nachdruck wenden sich die Vertreter des regionalen Flugverkehrs gegen die vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Erhöhung der deutschen Luftverkehrssteuer. „Dies geht völlig an der Realität und am Bedarf vorbei,“ betonen die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) und die German Business Aviation Association e.V. (GBAA) in einer gemeinsamen Erklärung. „Die Maßnahme ist in Sachen Klimaschutz völlig ungeeignet und schiebt die gesamte Luftfahrt-Branche ungerechtfertigt in eine Schmuddelecke“, sagt IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. „Wenn schon eine solche Steuer“, so ergänzt sein GBAA-Kollege Andreas Mundsinger, „dann sollte mit den daraus resultierenden Mehreinnahmen der Luftverkehr noch sauberer gemacht werden.“ Mit neuen Antriebskonzepten und der Entwicklung von eFuel könne die Luftfahrt mehr als andere Verkehrsträger zum Klimaschutz beitragen und weiter schnell und direkt für Mobilität sorgen. Die jetzige Steuer habe keinerlei CO²-reduzierende Wirkung und motiviere die Industrie nicht zu Innovationen. Eine Quersubventionierung der Bahn widerspreche zudem dem Verursacherprinzip. Die im Gesetzentwurf vorgesehene überproportionale Steuererhöhung auf innerdeutsche und europäische Flüge – sie soll laut einem Entwurf des Finanzministeriums 76 Prozent betragen – führe zu einer eklatanten Wettbewerbsverzerrung. Nationale Alleingänge seien bei einer international agierenden Branche fehl am Platz. Wirksamer Klimaschutz sehe anders aus.

Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

PM-2019-10_Steuer

 

„Flughafenbetreiber und -nutzer sitzen in einem Boot“





Verbände IDRF und GBAA wollen künftig stärker und enger zusammenarbeiten – Erste gemeinsame Mitgliedertagung

Die Leistungsträger des regionalen Flugverkehrs rücken enger zusammen und wollen künftig vermehrt kooperieren: Bei ihrer ersten gemeinsamen Mitgliedertagung erklärten die Vertreter der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) und der German Business Aviation Association e.V. (GBAA) am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, sowohl die Betreiber von Flughäfen wie ihre Nutzer seien mit denselben Themen konfrontiert. „Wir sitzen in einem Boot“, ergänzte GBAA-Vorsitzender Peter Gatz, der die Interessen der Geschäftsluftfahrt vertritt, vor 180 Teilnehmern der zweitägigen Tagung, die am heutigen Donnerstag (10.10.) zu Ende ging.

Gerade die dezentrale Luftfahrt bildet die Grundlage zukunftsorientierten Reisens. „Mit der Entwicklung alternativer Antriebe und nachhaltiger Lösungen“, so IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer, „schaffen wir eine tragfähige Basis.“ Regionalflugplätze förderten die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen und stärkten das Wachstum der regionalen Wirtschaft. Und sie könnten zur Entlastung der stark frequentierten Hauptflughäfen beitragen. 24 Hauptverkehrsflughäfen stünden in Deutschland 936 dezentrale Flugplätze gegenüber. Zwei Drittel aller Flüge in Deutschland, so Gatz, seien nicht der Linienluftfahrt zuzuordnen, knapp 70 Prozent aller Flugbewegungen fänden außerhalb der
Hauptverkehrsflughäfen statt. „Die Möglichkeiten dieser dezentralen Flughafeninfrastruktur“, so GBAA-Geschäftsführer Andreas Mundsinger, „werden dennoch kaum wahrgenommen und nicht optimal genutzt.“

Flughafen als Kraftzentrum der Region

Rückendeckung erhielten die Vertreter der dezentralen Luftfahrt auch von Professor Karl Born, einst Vorstandsmitglied des Reisekonzerns TUI, heute Professor für Betriebswirtschaftslehre und Tourismusmanagement. Er attestierte der Branche generell, dass sie in der Politik keinen ausreichenden Stellenwert genieße und zu wenig politische Aufmerksamkeit erringe. „Die Branche muss sich offensiver in die gesellschaftliche Debatte einbringen“, fordert er, Dazu zähle auch der oft vergessene Hinweis, dass lediglich 2,8 Prozent des CO²-Ausstoßes vom Luftverkehr stammten. Auch ein regionaler Flughafen sei ein „Kraftzentrum in seiner Region“, dessen wirtschaftliche Effekte unumstritten seien. Wichtig sei, das gesamte Verkehrssystem zu optimieren. Flughäfen spielten darin eine wichtige Rolle. Gerade regionalen Airports müsse es wieder gelingen, Politik und Bevölkerung hinter sich zu bringen. „Auch Privat- und Businessflieger sind keine Champagnerbranche.“ Die Diskussion um das Verbot nationaler Flüge sei reine „Symbolpolitik“. Die Verlagerung auf die Schiene dauere noch Jahrzehnte. Gerade der Mobilitätsumbruch am Boden müsse, so seine Forderung, in die Abläufe von Flughäfen Eingang finden.

10.10.2019

PM-2019-10_Gemeinsame Mitgliedertagung GBBA und IDRF

IDRF Newsletter – Ausgabe Nr. 2 2019





Pressemitteilung – IDRF Mitgliedertagung Herbst 2018 am Kassel Airport





Herbsttagung der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze am Kassel Airport am 16. und 17. Oktober 2018

Mehr als 90 Vertreter der regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätze tauschen sich aus – Erste Ergebnisse der Mobilitätstudie vorgestellt

Calden, 16. Oktober 2018 – Vom 16. bis zum 17. Oktober 2018 ist Kassel Airport erstmalig Gastgeber der Mitgliedertagung der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF). Die IDRF vertritt die gemeinsamen Interessen ihrer ca. 100 Mitglieder und setzt sich für die optimale Nutzung der vorhandenen Anlagen und Kapazitäten sowie den bedarfsgerechten Erhalt und Ausbau einer flächendeckenden Luftverkehrsinfrastruktur in Deutschland ein. Die Tagungen werden abwechselnd an verschiedenen Flughäfen und Flugplätzen durchgeführt und finden heute und morgen in den Räumlichkeiten der Air Lloyd Aerotechnics GmbH (ehemals Helitec) statt.

Dr. Klaus-Jürgen Schwahn, stellvertretender Vorsitzender der IDRF und Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH, sagte: „Kassel Airport ist zugleich eine neue Luftverkehrsinfrastruktur und mit seinen Vorgängerflugplätzen ein traditionsreicher Luftfahrtstandort. Dass wir hier unsere Herbsttagung in einer neuen und besonders schönen Halle eines Unternehmens der Allgemeinen Luftfahrt durchführen, zeigt sehr gut eine wichtige Rolle, die Regionalflughäfen für die Luftfahrt spielen – nämlich nicht nur als Start- und Zielflughafen für Passagiere, sondern als Industrie- und Gewerbestandorte, an denen bundesweit weit über 60.000 Menschen beschäftigt sind.“

Thomas Mayer, Geschäftsführer der IDRF, wies auf die Bedeutung hin, die kleinere Flughäfen und Flugplätze für die regionale Mobilität haben. Sie ermögliche insbesondere der Wirtschaft schnelle Flugverbindungen über das Linien-Angebot an den wenigen Großflughäfen hinaus. „Ich fliege selbst gelegentlich als Pilot ein Geschäftsreiseflugzeug und habe schon oft Mitarbeiter mit dem Jet von und nach Kassel geflogen. Auch aus eigener Erfahrung kann ich deshalb berichten, wie wichtig ein Flughafen in unmittelbarer Nähe für Unternehmen sein kann.“

Unter dem Arbeitstitel „Mobilitätsstudie“ erarbeiten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die IUBH Internationale Hochschule (Bad Honnef) und das House of Logistics & Mobility (HOLM) in Frankfurt eine wissenschaftliche Untersuchung zu den zukünftigen Anforderungen an die dezentrale Flugplatzinfrastruktur in Deutschland zur Sicherstellung des wachsenden Mobilitätsbedürfnisses. Die Ergebnisse wurden auf der Herbsttagung in Kassel vorgestellt und demnächst auch der Fachwelt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Es zeichnet sich ab, dass regionale Flughäfen und Flugplätze auch zukünftig eine wichtige Rolle für die schnelle Erreichbarkeit der Regionen und Unternehmen – nicht zuletzt der über 1.100 Weltmarktführer außerhalb der Ballungszentren in Deutschland – haben werden.

Der Geschäftsführer der Flughafen GmbH Kassel Lars Ernst freute sich, die IDRF in Calden begrüßen zu können: „Schön, dass die IDRF bei uns zu Gast ist – 5 Jahre nach der Eröffnung war es an der Zeit, uns auch den Kolleginnen und Kollegen der anderen Airports zu präsentieren. Gerade für kleine Flughäfen und Flugplätze ist es wichtig zu kooperieren und sich zu vernetzen, und dafür bietet die IDRF die optimale Plattform. Mein herzlicher Dank gilt der Air Lloyd Aerotechnics GmbH, dass wir eine der beiden futuristischen und wunderschönen Hallen für die Tagung nutzen durften.“

Kassel Airport

Der Betrieb des Kassel Airport hat wichtige strukturpolitische Ziele erreicht. Im Vergleich zu 2012 hat die Anzahl direkter Arbeitsplätze um ca. 24 Prozent zugenommen. Die Bruttowertschöpfung erhöhte sich um ca. 50 Prozent und das Steueraufkommen um ca. 45 Prozent.

Die Flughafen GmbH Kassel ist in öffentlicher Hand: Anteilseigner sind mit 68% das Land Hessen, mit je 13 % Stadt und Landkreis Kassel und mit 6% die Gemeinde Calden. Die Betreibergesellschaft beschäftigt derzeit rund 175 Mitarbeiter. Am Flughafen-Standort werden in über 30 Betrieben mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. In Terminalnähe stehen für die Passagieren über 1.400 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Von Januar bis September 2018 zählte das Unternehmen über 26.000 Flugbewegungen und rund 108.000 Passagiere sowie über 180 Tonnen Fracht. In Terminalnähe stehen für die Passagiere über 1.400 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung

Den aktuellen Flugplan und weitere Informationen finden Sie unter www.kassel-airport.aero.

 

Bild: Kassel Airport

Bild 1: v.l.n.r. Dr. Tobias Busch (Leiter Unternehmensentwicklung, Flughafen GmbH Kassel), Thomas Mayer (Geschäftsführer IDRF e.V.), Lars Ernst (Geschäftsführer, Flughafen GmbH Kassel)

IDRF Newsletter – Ausgabe Nr. 3 2017





Flugplätze stellen einen wichtigen Beitrag für die Mobilität dar





Interview mit Ralf Schmid

Ralf Schmid, Flughafenchef aus Memmingen und gleichzeitig Vorsitzender der IDRF wurde von airliners.de zum Thema Mobilität interviewt und hat als Sprachrohr von rund 70 Regionalflughäfen und Flugplätzen Stellung bezogen.

Das ganze Interview finden Sie auf airliners.de.

 

IDRF Newsletter – Ausgabe 01 2015





Hier geht’s zum kompletten IDRF Newsletter, Ausgabe 01 2015

Eindeutige Tendenz bei Europäischer und internationaler Richtlinienentwicklung zu IFR-An-/AbflugverfahrenIm Mai diesen Jahres hat die Ende 2014 eingerichtete Richtlinienarbeitsgruppe der EASA zu „Airspacedesign“ getagt.Mit „Airspacedesign“ werden insbesondere auch Festlegungen zu den Inhalten der Anträge und zur Art und Weise der Genehmigung von IFR-An/Abflugverfahren getroffen. Neben Flugsicherungen können nach den Entwürfen der EASA auch Luftraumnutzer, Flugplätze und sonstige Berechtigte Anträge auf z.B. IFR-Anflugverfahren stellen. Der inhaltliche Rahmen solcher Anträge soll vorgegeben werden, Bedingungen für die Zulassung (ggf. declaration) von Verfahrensplanern aufgestellt und neutrale, fachlich fundierte Behördenstrukturen werden eingefordert. Ein entsprechendes NPA wird zum Herbst erwartet.Vielleicht sind zur nächsten IDRF-Tagung bereits Details zu beraten. In jedem Fall folgt die EASA unserer Empfehlung und begleitet bereits das NPA durch entsprechende Workshops, sowie später sicher auch die Umsetzung, die ab nächstem Jahr vorgesehen ist. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Es ist erstaunlich mit welcher Klarheit solche Systeme bei der EASA aufgestellt werden, die wir schon lange gerne hätten, aber trotz Gesetz zur Neuordnung der Flugsicherung aus 2009 weiterhin die DFS in diesem Bereich praktisch tun und lassen kann, was sie will. Zuletzt hat beispielsweise Mannheim berichtet, dass selbst wenn die ergänzende Definition der non-instrument-rwy von ICAO Annex 14 greift, vor 2020 von der DFS kein Verfahren auf die 09 entwickelt werden kann.

Neben den uns unterstützenden, technischen Selbstverständlichkeiten hören wir aber bei der Richtlinienentwicklung auch heraus, dass eine Anlasser-bezogene Kostenverantwortung zu erwarten ist. Obschon einzelne Kosten (z.B. Hindernis- und Flugvermessung) bereits heute durch die Flugplätze zu tragen sind, könnten aber durch Verfahrensplanung und „Assessment“ weitere Kosten auf uns zukommen. Wir setzen uns deshalb weiter dafür ein, dass einfache Verfahren auch nur einfache Belege erfordern und damit kostengünstiger werden – ganz gleich wer sie nachher zu bezahlen hat.

Auf jeden Fall wollen wir nicht mehr wie seither jahrelang auf von uns und unseren Nutzern angefragte Flugverfahren warten; egal ob es sich um einen Abflug in Emden nach Norden (über sechs Jahre Wartezeit!) handelt oder ein „straight-in“ auf eine non-instrument-rwy in Westerland, Mannheim oder Mengen (die es immer noch nicht gibt) oder ein „cloudbreak-Verfahren“ an einem VFR-Flugplatz.