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Windkraftanlage darf Flugbetrieb nicht gefÀhrden

Interessengemeinschaft der regionalen FlugplĂ€tze e.V. sieht erhebliches Konfliktpotential bei Projekt in WalldĂŒrn und fordert eine umfangreiche Analyse vor weiteren Planungen

In unmittelbarer NĂ€he zum Verkehrslandeplatz WalldĂŒrn im Neckar-Odenwald-Kreis sollen ĂŒber 200 Meter hohe WindrĂ€der errichtet werden. Die Luftfahrt vor Ort sieht darin ein erhebliches Gefahrenpotential.

Seit geraumer Zeit wird intensiv ĂŒber das geplante Windkraftzentrum (WKZ) ‚Kornberg/DreimĂ€rker‘ berichtet. Mit bis zu 250 Meter Höhe ĂŒber Flugplatzniveau werden dabei Dimensionen erreicht, die herkömmlichen und vereinfachten Betrachtungsweisen bei der Beurteilung von zulĂ€ssigen AbstĂ€nden eines Windrades zum regulĂ€ren Luftverkehr nicht mehr genĂŒgen. „Solange die Hindernisse unter dem Flugweg oder weit genug weg bleiben, ist alles gut“, erlĂ€utert Thomas Mayer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Interessengemeinschaft der regionalen FlugplĂ€tze e.V. (IDRF), „in der NĂ€he von startenden oder landenden Flugzeugen sind die Karten aber neu zu mischen“.

Deshalb fordere das Luftverkehrsgesetz eine intensive Befassung mit den Auswirkungen etwaiger Bauvorhaben im Umkreis von zehn Kilometern um einen Flugplatz. GrĂ¶ĂŸere FlughĂ€fen verfĂŒgen dafĂŒr sogar ĂŒber einen eigenen „Bauschutzbereich“ mit deutlich grĂ¶ĂŸeren Ausmaßen. „Da eine Vielzahl von Faktoren wie QualitĂ€t und Dichte des Flugbetriebs, Topographie, Art des Hindernisses und davon ausgehende aerodynamische Auswirkungen ein Rolle spielen, ist eine grĂŒndliche Analyse unabdingbare Voraussetzung fĂŒr weitergehende Maßnahmen,“ mahnt Mayer mit Blick auf die umfassenden und kostenintensiven Planungen zum WKZ Kornberg. „Dass diese fortgesetzt werden, obwohl die Flieger aus WalldĂŒrn von Beginn an ihre Bedenken darlegten, Studien finanziert und veranlasst haben, scheint fast schon unbedarft.“ Leider, darauf weist Mayer ausdrĂŒcklich hin, hĂ€tten viele SachverstĂ€ndige im Bereich der Aerodynamik mehrere HĂŒte auf. „Es sind doch genau diese Spezialisten, die auch im Auftrag der WKA-Betreiber die WindrĂ€der berechnen, analysieren und dimensionieren“, erlĂ€utert er und zieht ein Fazit: „Vorsicht bei der Wahl der SachverstĂ€ndigen!“

Eines stehe fest: „Der Flugbetrieb an einem Verkehrslandeplatz darf durch so ein Projekt nicht unsicher oder gefĂ€hrdet werden.“ Bei der AbwĂ€gung von Interessen erwartet die IDRF die BerĂŒcksichtigung der berechtigten Anliegen der Nutzer der Luftverkehrsinfrastruktur, die im Fall des Verkehrslandeplatzes WalldĂŒrn der Allgemeinheit diene. Mayer: „Wir hoffen und wĂŒnschen uns, dass im laufenden Verfahren von Seiten der Anlagenbetreiber wie auch der lokalen, regionalen und ĂŒbergeordneten Politik mit offenen Karten gespielt wird.“

PM WKZ Kornberg WalldĂŒrn-BA